Umziehen ist so eine Sache für sich. Ich stehe einem Umzug, egal ob mit Pferd oder „mit mir selbst“ mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits freue ich mich auf die neue „Behausung“, andererseits nervt mich die Packerei tierisch. Damit die Schlepperei nicht ganz so schlimm wird, nutze ich die Gelegenheit und sortiere nicht mehr benötigte Sachen großzügig aus. Gar nicht so einfach, wenn man (so ziemlich alles) leidenschaftlich gerne sammelt und gerade beim Ausmisten so manches in Vergessenheit geratenes Stück dabei wieder neu für sich entdeckt.

Das mit dem „Was brauche ich wirklich?“ habe ich schon lang aufgegeben – denn wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, muss ich zugeben, dass mein Pferd „so wirklich“ eigentlich nur maximal zwei Blankets braucht und nicht 20 … aber die Farben… nein, es ist sinnlos und ich werde mich ganz sicher nicht von dem begrenzten Fassungsvermögen eines Schrankes zum Ausmisten knechten lassen!

Jawohl, alles kommt mit, und wenn ich drei Autoladungen voll alleine schleppen muss! Im Begründen und Ausreden für ich selbst finden war ich schon immer gut, deshalb wird gar nicht weiter drüber nachgedacht. Stattdessen denke ich nach und frage mich, wie ich mir selbst dieses Dilemma erleichtern kann – und erstelle eine für mich logische Packliste, die ich thematisch sortiert abarbeiten kann.

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Zuerst teile ich, ähnlich wie beim Umzug ohne Pferd, mein Hab und Gut in einzelne Bereiche ein:

Trensen und Zügel

> Alle Kopfstücke, Zügel, Ersatzkopfstücke etc.

Halfter und Stricke

> Halfter, Knotenhalfter, Bodenarbeitsseile

Sattelunterlagen

> Pads, Blankets, Padliner, Schabracken, Satteldecken

Outdoor-Decken

Stall- und Abschwitzdecken

Kleinteile und Sattelzubehör

> Gebisse, Karabiner, Schwämme, Pinsel, Steigbügel, Conchos, ...

Gamaschen, Hufglocken, Bandagen, Bandagierunterlagen

Sättel und Sattelgurte

Rider’s Equipment

> Reitschuhe/-stiefel/Boots, Helme, Handschuhe

Pflegeprodukte und Putzzeug

> Stallapotheke und Putzkasten, ggf. Ersatzbürsten

Futter, Zusatzfutter und Behältnisse

> Eimer, Flaschen, Säcke, Offenes (Äpfel, Karotten)

Ich packe die Trensen-Kategorie am liebsten in eine weiche Tasche, so lässt sich das Lederzeug am besten transportieren, ohne zu verbiegen oder Kratzer zu bekommen. Gerade bei den Westerntrensen sind oftmals Silberelemente oder Glitzersteinchen verbaut, die gepolstert werden sollten. Turnierreiter haben hierfür eine spezielle Trensentasche für den Transport auf’s Turnier, die sich auch hierfür und auch zum Lagern bestens eignet.

Gerade die weicheren Sachen wie Halfter und Stricke kann man im Auto noch in eine freie Lücke „quetschen“. Die kleineren Sachen wie Gamaschen und Bandagen packe ich meistens in eine große Tüte, da ich diese auch wieder „offen“ in meinem Schrank lagere. Gerade Gamaschen sind nach dem Training meistes angeschwitzt und feucht und könnten nicht richtig trocknen, wenn sie in einer Plastikkiste gelagert werden würden.

Jegliche Pferdedecken habe ich saisonal am Stall – im Sommer lagern meine Winterdecken (gewaschen) bei mir zu Hause im Keller und anders herum. Diesen Platz spare ich mir am Stall und natürlich beim Umziehen auch die Schlepperei.

Bei Blankets empiehltes sich, diese nur mittig gefaltet zu lagern, da diese sonst Knicke an den falschen Stellen bekommen könnten, was bei teurer New Zealand Wool wirklich ärgerlich ist.

Das ganze Kleinzeug hingegen kann man ganz leicht in Kisten packen und auch so lagern, z. B. auf dem Spind, da nimmt das Zeug keinen Platz weg. Ich benutze zum Transportieren grundsätzlich auch gerne (alte) Reisetaschen, da man darin einfach viel Stauraum hat und diese im Auto schön stapeln kann.

Wichtig ist, dass man Futtermittel, egal ob Karotten oder Müsli etc. geschlossen, sprich in Futtertonnen oder verschließbaren Gefäßen transportiert, weil es sonst ausläuft, und auch lagert, weil man sonst Mäuse in der Sattelkammer hat.

Mäuse fressen nicht nur das Pferdefutter und hinterlassen Unrat, sondern fressen auch Lammfell und Leder an!

Sättel sollten immer ganz zum Schluss und ganz oben eingeladen werden, damit diese stabil liegen und nicht verkratzen können.

 

Wenn alles im Auto ist, bin ich immer wieder verwundert, wie viel Zeug ich habe. Und wenn es anschließend wieder ausgeräumt ist, wundere ich mich, wie wenig Zeug ich habe und mir fallen wieder neue Farbkombinationen ein, die ich bisher übersehen habe.

Letztendlich ist ein Umzug nervig – aber auch immer der Anfang von etwas Neuem.

Für den Pferdetransport sollte man sich auf jeden Fall ein (gefülltes) Heunetz und ein Ersatzhalfter + Führstrick bereitlegen - mir ist es schon passiert, dass ich alles eingepackt hatte und dann nichts mehr zum Einladen meines Pferdes hatte - sehr nervig, wenn man dann mit dem Suchen anfangen muss, wenn das Auto bis unter's Dach vollgeladen ist...

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Happy Packing!

Eure Dany

Der Autor des Beitrags:
Autor: Daniela Neumayr
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