Unser Thema hier ist der Reitsport, also zäumen wir das Pferd mal von hinten auf. Wir reden heute mal von Personen, denen man gerne im SocialMedia folgt, weil sie etwas veröffentlichen was von Interesse ist. Wenn genügend Follower da sind, spricht man von einem Influencer.

Also was ist eigentlich ein Influencer?

Ein Influencer ist jemand, der auf andere Personen durch seine Äußerungen Einfluss nehmen kann. Aber wie erreicht man dieses? Es gibt verschiedene Wege zum Influencer. Die einen sind schon prominent und haben auch Accounts im SocialMedia, wo ihnen Fans folgen, welche ihrem Idol nacheifern und sich deshalb beeinflussen lassen. Manchmal teilen diese nur etwas aus ihrem Beruf und hängen dann noch Shooting-, Urlaubs- und derartige Bilder an. Teilen aber nicht immer ihr ganzes Privatleben sondern bleiben bei dem was sie berühmt gemacht hat.
Andere Influencer können etwas besonders gut, sind zum Beispiel eSport-Gamer, Filmproduzenten, Musiker, Extremsportler oder ähnliches. Diese zeigen auf Bildern oder mit Videos was sie so können und bleiben dabei in der Regel in ihrem Metier.
Die letzte Gruppe Influencer sind bekannt geworden, weil sie ihr Leben teilen, besonders witzig, charismatisch, hübsch oder unterhaltsam sind. Meistens durch Vlogs und das konsequente Teilen ihres Alltags.

Influencer oder SocialMedia-Sternchen?

Jeder Influencer ist ein SocialMedia-Sternchen, aber nicht jedes SocialMedia-Sternchen ist auch ein Influencer. Wenn man nicht gerade schon Fans mitbringt, dann heißt es erstmal diese davon zu überzeugen einem auch zu folgen. Wenn man nun eine gewisse Größe, bzw. eine gewisse Menge an aktiven Followern hat, gewinnt man an Bekanntheit und Einfluss. Dafür gibt es keine feste Anzahl, aber in der Regel geht man davon aus, dass es etwa 0,05 % bis 1 % seines "Marktes" sind. Im Reitsport würden wir dann von einer Anzahl von Followern reden, die bei etwa 15.000 Followern und aufwärts liegt. Aber wann wird man nun vom SocialMedia-Sternchen zum Influencer? Meistens selbstbestimmt, indem man seinen Einfluss nutzt um etwas zu bewerben.

Aber nun endlich zum "Rumgeheule"

Promis nutzen SocialMedia also um ihre Reichweite und Beliebtheit auszubauen, andere nutzen es um durch ihr Können zu Promis zu werden und die letzteren vermarkten ihr Leben und versuchen damit berühmt zu werden. Um diese zu letzt genannte Gruppe geht es nun. Gerade in unserem Bereich, dem Reitsport, sind es die Wenigsten, die an Bekanntheit gewinnen, weil sie in den höchsten Klassen unterwegs sind, die begnadetsten Trainer sind oder sonst etwas aussergewöhnlich gut können. Natürlich gibt es auch ein paar der Profisportler im SocialMedia, aber die Anzahl ist dann doch eher gering, wenn man sich alle Kanäle anguckt, die versuchen zum Influencer zu reifen oder es schon geschafft haben.
Nun geht es aktuell immer mehr zum Trend des "Rumgeheule", man will ja möglichst transparent sein, will nicht nur die guten Zeiten zeigen, nein man will auch die schlechten Zeiten zeigen, am besten Live oder in der Story. Stichwort: #fürmehrRealitätaufInstagram. Unverfälscht und nicht mit dem Hintergedanken dadurch noch mehr Leute auf seine Seite zu ziehen; auf keinen Fall. Man ist ja so transparent, dass dann auch die Fragen nach dem Lebenspartner, den man bis vor kurzem noch präsentiert hat, jetzt aber wie vom Erdboden verschluckt ist oder wenn man mal einen verwerflichen Fehler gemacht hat oder das sooo geliebte Pferd doch verkauft oder nur noch als Zuchtstute nutzt, völlig transparent beantwortet werden, meist mit einem "ein bisschen Privatleben müsst ihr mir schon noch lassen" oder "auf Fragen zu privaten Dingen antworte ich nicht" (mehr). Manch ein Fragesteller fand nach der Fragestellung nicht einmal mehr den Account seines Idols.


Schon ein bisschen scheinheilig, oder? Man kann eigentlich nichts Besonderes, vermarktet dann sein Leben online, reagiert aber völlig entsetzt wenn sich die doch so herbeigesehnten Follower mehr Fragen stellen, als ihnen zum Konsumieren vorgesetzt wird. Wie können diese Fans auch noch eigene Gedanken haben und diese dann auch noch als Kommentar oder Nachricht in Text umwandeln?
Natürlich ist es Fluch und Segen zugleich, aber die Spielregeln akzeptiert man ja schon am Anfang. Entweder man entscheidet sich dazu sein Leben in vollen Zügen öffentlich zu teilen oder man beschränkt sich eben von Anfang an auf gewisse Bereiche. Aber alles wollen und sich dann anstellen als würden die Follower einem nun nach dem Leben trachten, ist nicht nur unfair, es ist ziemlich nervig.

 

Also heult doch weniger rum und teilt eure schlechten Erfahrungen nachdem die Tränen getrocknet sind. Wenn ihr etwas mehr definiert was ihr wirklich teilen wollt, dann könnt ihr auch deutlich besser händeln was da so an Resonanz kommt.

Und ganz ehrlich, aus dem Alter "wenn nichts mehr hilft, hilft heulen" seid ihr doch alle schon raus, oder?

 

Ich hoffe es fühlt sich niemand angegriffen, es soll lediglich mal dazu anregen, über das nachzudenken, was da so alles öffentlich geteilt wird. Erzählt doch mal in den Kommentaren was euch so richtig nervt im SocialMedia.

 

Der Autor des Beitrags:
Dirk Sundmäker
Autor: Dirk SundmäkerWebsite: https://pferdetrends.shop
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