Stellt Euch vor, Ihr findet Euer absolutes Traumpferd, welches Ihr unbedingt kaufen wollt und dann stellt sich heraus, das dieses Pferd krank ist. Nicht krank im Sinne von Husten oder sonst irgendwelchen „Kleinigkeiten“, sondern unheilbar krank. Was nun? Kaufen? Doch nicht kaufen? Wie würdet Ihr entscheiden?

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Genau dieses Szenario ist mir passiert. Ich habe mir vor zwei Jahren mein erstes eigenes Pferd gekauft. Ein schicker brauner, super braver Wallach, von dem ich noch viel lernen wollte – eigentlich. So war zumindest der Plan. In den ersten Monaten war auch alles in bester Ordnung. Nach einiger Zeit, stellte sich aber heraus, dass wir aus verschiedenen Gründen nicht miteinander harmonierten – wir wurden einfach keine Freunde. Immer wieder habe ich mir eingeredet, dass die Zeit wohl alles klären würde und wir uns einfach nur noch besser kennenlernen müssen. Jeden Tag habe ich neuen Mut gesammelt und bin mit einem unwohlen Gefühl in den Sattel gestiegen. Bis zu diesem einen Tag. Wie gewohnt kam ich in den Stall und habe mein Pferd fertig gemacht und dann kam ER um die Ecke. Mein ganzes Leben habe ich davon geträumt, später einen Schimmel zu besitzen. Und da war er – es war quasi Liebe auf den ersten Blick. Ich habe ihn vorher weder laufen gesehen noch sonst was. Er stand einfach nur da und ich wusste – das ist mein Traumpferd.

Da es mit meinem eigenen Pferd nicht besser wurde und ich schon einige Monate selbst nicht mehr im Sattel saß, war ich auf Wolke 7, als ich den schicken Schimmel endlich einmal reiten durfte. Er war so brav und hat mir direkt Sicherheit gegeben. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon ganz vergessen, wie viel Spaß man eigentlich beim Galoppieren hat. Nachdem ich ihn noch einige Male geritten bin, wurde er mir zum Kauf angeboten – und schon steckte ich in dem Dilemma. Einerseits ist es mein Traumpferd und ich kann endlich wieder reiten, andererseits habe ich bereits ein Pferd und weder die Zeit noch die finanziellen Mittel für ein weiteres Pferd. Zudem kam auch noch hinzu, dass das Schimmelchen krank ist. Mein Traumpferd hat Spat. Eine Krankheit, die man nicht heilen kann und die ihn durchaus ab und zu beeinträchtigt.

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Ich habe mich für den Schimmel entschieden und habe für mein erstes Pferd ein schönes neues Zuhause gesucht. Die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Ich habe endlich wieder Spaß daran zum Stall zu fahren, kann entspannt ins Gelände gehen, die Seele baumeln lassen oder Zuhause trainieren. Ich habe mich für mein krankes Traumpferd entschieden und nicht für den Erfolg. Wobei „Erfolg“ eine Ansichtssache ist. Wie würdet Ihr Euch in diesem Fall entscheiden? Würdet Ihr die Turnierkarriere wählen oder würdet Ihr für Euer Traumpferd zurückstecken?

Bis dahin

eure Lena

Der Autor des Beitrags:
Autor: Lena Vogelsang
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Ich bin leider nicht mehr Teil des #teampferdetrends
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