Vor langer Zeit habe ich einmal einen Spruch gelesen, an den ich im Augenblick oft denken muss: Ein Pferd ohne einen Reiter ist immer noch ein Pferd. Aber ein Reiter ohne ein Pferd ist nur noch ein Mensch.

Ich habe Fine natürlich noch und ich bin unglaublich glücklich, dass sie wieder so gut läuft. Aber dass ich noch einmal mehr mit ihr tun kann, als vielleicht einmal ein bisschen spazieren zu reiten, steht noch in den Sternen. Stattdessen gehen wir gerade viel spazieren und erweitern unser Repertoire an Zirkuslektionen. Fine ist unglaublich süß dabei, ist wahnsinnig motiviert, vor allem bei den Zirkuslektionen, schließlich gibt's Futter. Zum Spazieren gehen muss ich sie immer ein bisschen überreden, das macht ihr mehr Spaß, wenn noch ein anderes Pferd dabei ist. Aber trotzdem fehlt etwas. Nicht nur sportlich, aber im Herzen. Ich fühle mich nicht mehr als Reiter. Wenn ich andere reiten sehe, werde ich wehmütig. Ich möchte auch.

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Ich möchte auch wieder ein Reiter sein. Schließlich hat man in erster Linie deshalb ein Pferd, oder? Wie gesagt, mir macht es Spaß, die neue Seite, die Rente, mit Fine zu erleben, zu sehen, wie schnell sie neue Sachen lernt und wie oft sie mich zum lachen bringt, wenn sie mir ein Küsschen gibt, weil sie riecht, dass ich Leckerchen in der Tasche hab und küssen immer gut ankommt. Ich genieße die Zeit, sie zu putzen, gerade jetzt, wo sie so lustig plüschig ist
Und trotzdem fehlt mir was. Das Gefühl im Sattel zu sitzen ist einfach etwas ganz besonderes. Und jeder, der schon einmal nach längerer Pause wieder aufs Pferd gestiegen ist, weiß, was ich meine. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, auf einem 600kg schweren Fluchttier zu sitzen, das einen im Sattel duldet. Die Bewegung zu spüren und sich gemeinsam in feiner Abstimmung durch die Reitbahn oder das Gelände zu bewegen. 

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Warum ich mir nicht einfach eine Reitbeteiligung suche? Weil ich dann entsprechend weniger Zeit für Fine hätte. Um sie aktuell abends zu bewegen, habe ich schon meinen Ausgleichssport reduziert, weil meine Reitbeteiligung hat sich bereits ein neues Pferd zum Reiten gesucht, also muss ich auch unter der Woche für Bespaßung sorgen. Und das mache ich sehr gerne. Wenn ich wählen muss, zwischen meiner Fine, mit der ich so viel erlebt habe, und einem Pferd zu reiten, ist meine Wahl klar. Wenn nicht beides geht, dann halt nicht. Dann bin ich halt nur ein Mensch, mit einem Pferd. Aber in meinem Herzen werde ich immer auch ein Reiter sein.
 
Wie denkt ihr zu dem Thema? Seid ihr auch schonmal für längere Zeit "am Boden" geblieben und habt es so vermisst wie ich? Erzählt mir davon in den Kommentaren!
 
Bis bald
eure Melina
Der Autor des Beitrags:
Melina Schnaudt
Autor: Melina Schnaudt
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Ich bin für euch meistens an der Tastatur unterwegs und verfasse jede Menge Berichte und Beiträge für euch. Ich schreibe euch hier eher kritische und sachliche Berichte, denn leider ist nicht alles immer wie auf dem Ponyhof.

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