Vor einiger Zeit bin ich abends am Nachbarverein vorbei gefahren. 500 Meter von der Halle entfernt kam mir ein Taschenlampenlicht entgegen. Mitten auf der Straße. Es war zwar eine Nebenstraße und keine Hauptverkehrsstraße, aber trotzdem hat es mich sehr gewundert. Ich habe abgebremst und das war auch gut so, denn mir kam nicht nur ein Fußgänger entgegen, sondern zwei, einer mit einem Pferd an der Hand. Wäre ich nur dem Fußgänger ausgewichen, hätte es ordentlich geknallt.

Unbeleuchtet gefährdet man nicht nur sich selbst und sein Pferd, sondern auch die Autofahrer, die einen übersehen. 600 Kilogramm Pferd plus Ausrüstung und Reiter möchte man nicht einmal mit nur 30 Stundenkilometern auf der Motorhaube sitzen haben. Abgesehen von den Schuldgefühlen, die man hätte, wenn man einem Pferd im Dunkeln ein Bein abgefahren hat. Natürlich muss nichts passieren. Wahrscheinlich geht es 999 Mal gut, oft kommt wahrscheinlich nicht mal ein Auto vorbei. Aber das eine Auto, dessen Fahrer Pferd und Reiter im Dunklen nicht sehen kann, hat dann Pech. Genauso wie Pferd und Reiter.

In jedem Reitsportgeschäft gibt es mittlerweile Ausrüstung für Pferd und Reiter, um auch im Dunkeln gesehen zu werden. Decken, Gamaschen, Halfter, Trensen, Stirnlampen und was nicht alles noch. Wenn man weniger ausgeben möchte, findet man gerade zur Herbstzeit auch bei den gängigen Discountern diverse leuchtende, reflektierende oder blinkende Utensilien, oftmals wird man auch im Bereich für Jogger oder Radfahrer fündig.

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Da in unserem Offenstall die weitläufigen Wiesen jetzt zum November hin geschlossen wurden, gehe ich so oft wie möglich mit Fine spazieren. Da ich Vollzeit arbeite, ist es unter der Woche immer dunkel. Und da der Offenstall etwa 400 Meter vom eigentlichen Hof entfernt ist, muss ich immer ein Stück Straße laufen. Auch das ist keine Hauptverkehrsstraße, eigentlich fahren hier nur Anwohner oder Leute, die auch zum Stall fahren entlang. Aber auch Angestellte einer Firma, die auf der Straße ansässig ist und wenn die nach Feierabend schnell nach Hause zu ihren Familien wollen, treten die schon mal gut aufs Gas. Wenn sie einen sehen, nehmen die in der Regel Rücksicht und fahren langsam und vorsichtig an einem vorbei.

Damit wir immer gesehen werden, habe ich mir für mich eine Art Leuchtweste gekauft, mit roten LEDs hinten und weißen LEDs vorne. Diese können entweder leuchten oder blinken. Fine hat an jedem Fuß rot blinkende Leuchtstreifen und ich habe eine Stirnlampe in der Hand. So kann ich damit winken, wenn ein Auto kommt. Aber man sieht mich auch ohne bereits von weitem. Wenn ich am Stall ankomme, höre ich immer wieder „Da blinkt es, da kommt Fine.“ So manches Lächeln habe ich so schon über mich ergehen lassen müssen. Aber immerhin sieht man mich. Und das ist das Wichtigste!

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Wie geht ihr mit der Dunkelheit um? Beschreibt mir euer Outfit in den Kommentaren! Oder habt ihr im Dunkeln schon einmal etwas Besonderes, Gutes oder Schlimmes, erlebt? Auch das würde ich gerne lesen!

Bis bald

eure Melina

 

Vielen Dank an Beccs Photoart:https://www.facebook.com/beccsphotoart/ für das Titelbild in diesem Beitrag!

Der Autor des Beitrags:
Melina Schnaudt
Autor: Melina Schnaudt
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Ich bin für euch meistens an der Tastatur unterwegs und verfasse jede Menge Berichte und Beiträge für euch. Ich schreibe euch hier eher kritische und sachliche Berichte, denn leider ist nicht alles immer wie auf dem Ponyhof.

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