Mit Montys Hufen, haben wir inzwischen wirklich einiges durch! Den Anfang unserer Odysee könnt ihr in Teil 1 (Nagelst du noch oder klebst du schon?)  und Teil 2 (Am Rande der Verzweifelung) nachlesen. Inzwischen stand Monty barfuß in der Box, hatte die ersten Tage gut überstanden, langweilte sich zu Tode, aber nach und nach wurden seine Bewegung wieder freudiger.

Mit Hufverbänden auf die Weide war nun wahrlich nicht die Glücksentscheidung. Es musste eine Lösung her, die ihn für den Übergang den Koppelgang ermöglichte. Reiten hatte ich mir erst mal abgeschminkt. Alles in allem ritt ich übrigens nach der Umstellung auf barfuß fast ein halbes Jahr nicht. Um mich vollständig abzusichern, entschied ich mich noch für einen Besuch in der Klinik, die nur wenige Kilometer vom Stall entfernt liegt. Auch die Klinik bestätigte die Meinung meines Hufschmied: Eisen machen keinen Sinn mehr! Danke, wissen wir! Aber damit konnte Monty immer noch nicht auf die Weide, die passende Lösung hatten sie auch parat "Medizinische Hufschuhe", die er 24 Stunden tragen kann. Warum genau diese in unauffälligem Türkis daher kommen mussten, weiß bis heute jedenfalls niemand. Den ersten Koppelausflug überlebten sie relativ gut, Monty lief jetzt nicht wie ein junger Gott, aber er war wieder draußen und kam mit der neuen Lösung ganz gut zurecht. Die Hufschuhe haben eine Gummisohle, seid ihr schon mal mit Hausschuhen mit Gummisohle schnell über den Boden gelaufen? Nein? Ist auch nicht ratsam! Konkret passiert nämlich folgendes: Gummi bremst! Bei Hausschuhen sinnvoll, bei Hufschuhen mit einer dünnen Neoprenhülle war das Endergebnis, dass die Neoprenhülle vom Gummi riss. Die vermeindliche gute Lösung entpuppte sich als wahres Geldgrab in der Beschaffung von immer neuen Hufschuhen, die zuletzt nicht mal fünf Tage hielten. 

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Dank des nassen Sommers und der damit weichen Böden haben wir uns dann schlichtweg für "er geht ohne was raus und wir gucken mal ein paar Tage nicht hin" entschieden. Die ersten Tage bewegte er sich wie ein Mensch auf Legosteinen, aber er machte dabei keinen unzufriedenden Eindruck oder zeigte Schmerzanzeichen. Ganz im Gegenteil, er schien sich sogar richtig wohl zu fühlen. Den gesamten Sommer verbrachte er ohne Schuhe, barhuf auf der Weide, fraß sich kugelrund. Die Hufe sahen mal besser, mal schlechter aus. Ehrlich gesagt brach erst mal alles weg, was eh kaputt war. Schön, ist anders. Das Pferd, mein Pferd, bei dem ich mir so sicher war, dass wir mit dem Abnehmen des Eisens bereits den Termin zum Einschläfern gemacht haben, stand nun ohne Eisen grundzufrieden auf der Weide.

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Was im Sommer noch ganz gut funktionierte, wurde spätestens im Herbst relativ schwierig und spätestens zum Winter, war das ganze keine Lösung mehr. Als die Koppezeit kürzer wurde, war "Rumstehen" keine Option mehr  und ehrlich gesagt: Monty war auch langweilig. Box, Weide, Stall, Halle, so wenig Abwechslung war er nicht gewohnt.

 

Dank kompetenter Beratung haben wir uns für Hufschuhe entschieden. Und das war keine leichte Entscheidung. Der Markt ist voll von Innovationen, voll von Hufschuhen, die das Leben leichter machen, eine Alternative zum Beschlag herstellen und und und und. Klang alles ganz positiv, war aber dann doch nicht so einfach wie gedacht. Hufschuhe fürs Turnier? "Kannst du knicken!" war die Antwort unserer Hufschuh-Beraterin. Grundsätzlich lassen sich bei Hufschuhen keine pauschale Aussagen treffen bezüglich der Turnierzulassung. Die Hufschuhe dürfen nicht über den Kronenrand hinausgehen, was aber oftmals abhängig von der Hufform- und länge ist. Die Hufschuhe für die wir uns entschieden haben, die Equine Fusion All Terrain, sind nicht zum Turnier zu gelassen. Aber ehrlich gesagt? Ist mir egal! Hauptsache wieder ausreiten!

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Wie Monty sich innerhalb der letzten zwei Jahre mit den Hufschuhen entwickelt habt, berichte ich euch im nächsten Beitrag.

 

Herzliche Grüße

Aileen

Der Autor des Beitrags:
Aileen Geerdts
Autor: Aileen GeerdtsWebsite: https://pferdetrends.com
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