Am zweiten Weihnachtsfeiertag findet bei uns im Kreis traditionell eine große Pferdesegnung statt. Trotz der Weihnachtsfeiertage, an denen viele die Zeit im Kreise ihrer Familie verbringen, reisen jedes Jahr zahlreiche Reiter und Fahrer an, um sich den Segen fürs kommende Jahr abzuholen. Im letzten Jahr habe ich alle familiären Verpflichtungen so geplant, dass der Morgen des zweiten Feiertages frei war und konnte so zum ersten Mal selbst mit Fine teilnehmen. 

Wir haben uns am einem Treffpunkt mit vielen verschiedenen Reitern und Fahrern getroffen. Es waren ein paar Turnierreiter dabei, Eltern mit ihren Kindern und deren Ponys, Freizeitreiter mit den unterschiedlichsten Sätteln, ich glaube, es war wirklich von jeder Reitart etwas dabei. Gemeinsam sind wir dann zur Kirche geritten. Dort angekommen wurde sich aufgestellt und direkt kam auch schon die Prozession aus der Kirche. Ein bisschen Angst hatte ich vor der Musikkapelle, weil Fine nicht so gerne still steht und Blasmusik eigentlich eher mit Ehrenrunden verbindet. Ich habe mich dann neben Bekannte meiner ehemaligen Arbeitskollegin mit ihrem Senior gestellt, den hat Fine zwar gelegentlich angezickt, dafür stand sie ganz artig. Nach zwei Liedern der Kapelle und einer kurzen Predigt kam dann doch Bewegung in die Gruppe, denn nun sollte am Wagen des Pastors vorbeigeritten werden, um den Segen abzuholen. Anschließend ging es dann noch eine Runde um die Kirche. Auch wenn es schweinekalt war, war es eine unheimlich schöne Erfahrung. So viele verschiedene Reitweisen und alle das gleiche Ziel: Ein gutes nächstes Jahr mit ihren Pferden.

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Gerade in den katholisch geprägten Bundesländern gibt es verschiedene Veranstaltungen, wo sich Reiter und Pferde ihren Segen abholen können. Im Norden gibt es dafür beispielsweise die Hubertusjagden. Der heilige Hubertus gilt als Schutzpatron der Jagd. An diesem Tag finden alljährlich Gesellschaftsjagden, sogenannte Hubertusjagden, und Hubertusmessen statt.

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Wohl am bekanntesten in Deutschland ist der Leonhardiritt. Der Leonhardiritt, beziehungsweise die Leonhardifahrt ist eine Prozession zu Pferde, die zum Brauchtum in Altbayern und Westösterreich gehört. Sie findet zu Ehren des heiligen Leonhard von Limoges (6. Jhdt.) an seinem Gedenktag, dem 6. November, oder einem benachbarten Wochenende statt. Einige Dörfer in Bayern feiern Leonhardi auch im Sommer. Als Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere, heute vor allem der Pferde, werden zu Leonhardi Wallfahrten mit Tiersegnung unternommen. Motiv für die Segnung der Tiere, insbesondere der Pferde, ist ihre Rolle, die sie früher als Last- und Arbeitstiere für die ländliche Bevölkerung gespielt haben. 

Gegen den Leonhardiritt ist unsere kleine jährliche Pferdesegnung wahrscheinlich winzig, aber das Gefühl ist bestimmt ähnlich. Ob religiös oder nicht, katholisch oder evangelisch, nach so einer Pferdesegnung wird einem bewusst, dass uns Reiter einfach so viel verbindet. Vor allem die Liebe zu unseren Pferden.

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Seid ihr schon mal bei so einer Segnung mitgeritten? Ich würde mich sehr über eure Geschichten freuen!

Bis bald

eure Melina

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Der Autor des Beitrags:
Melina Schnaudt
Autor: Melina Schnaudt
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Ich bin für euch meistens an der Tastatur unterwegs und verfasse jede Menge Berichte und Beiträge für euch. Ich schreibe euch hier eher kritische und sachliche Berichte, denn leider ist nicht alles immer wie auf dem Ponyhof.

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