Bei den German Masters in der Stuttgarter Schleyerhalle waren wir auch vertreten, und ich werde eure Erinnerungen an dieses grandiose Wochenende noch einmal auffrischen, falls ihr auch da wart. Falls nicht, wird euch das hoffentlich ein bisschen an der tollen Atmosphäre, die wir erleben durften, teilhaben lassen.

Die German Masters sind eines meiner absoluten Jahreshighlights, denn hier wird großer Sport geboten und das alles direkt hier im schönen Baden-Württemberg.

Wir hatten bewusst den Samstag gewählt und uns für den ersten Block des Tages Karten gesichert. Dieses Turnier bietet für jeden etwas: Dressur, Springen, Fahren, Shopping und jede Menge Spaß!

Für uns ging es schon um halb sieben in größter Dunkelheit los, dass wir ja rechtzeitig zur ersten Prüfung, dem Grand Prix Spezial, um 8.15 ankommen. Wer schon ein Mal in der Schleyerhalle war, kennt das große Grinsen, das sich sofort auf dem ganzen Gesicht ausbreitet mit Sicherheit. Die Atmosphäre ist genial und wenn man zur ersten Prüfung schon auf den Plätzen sitzt und auf das ebene Viereck schaut, dann träumt man natürlich unwillkürlich davon hier selbst einmal reiten zu können. Aber wir überlassen das lieber mal den Profis.

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Im Grand Prix Spezial wimmelte es vor hochkarätiger Pferde und ihren bekannten Reiter. Für alle, die Dressur total öde finden und die Richter immer sehr ungerecht finden gibt es die Spectator Judging App, mit ihr konnte jeder Besitzer eines Smartphones mitrichten. Unter allen Teilnehmern wurden Preise verlost und die Ergebnisse der Zuschauer wurden direkt nach den Reitern und sogar noch vor den Ergebnissen der Richter verkündet. Und das Fazit wird viele eventuell verwundern, aber die Ergebnisse der Zuschauer sind nicht großartig von denen der Richtern abgewichen. Auch Dressurreiter können Spaß haben, das bewies Alexandra Stadelmayer, die sogar ihre eigenen Cheerleader mitsamt Pom Poms im Schlepptau hatte.

Isabell Werth präsentierte ihren erst neun jährigen Emilio, der seit dem Festhallenturnier in Frankfurt deutlich an Routine gewonnen hatte und sich souverän an die Spitze setzen konnte. Auf dem zweiten Platz landete eine Lokal Matadorin, die zwar für Frankreich startete, aber mit Baden Württemberger Wurzeln schaut man auch mal über so was hinweg, oder nicht? Karin Tebar und ihr Don Luis lieferten eine harmonische Runde und wurden zweite. Charlott-Maria Schürmann und Burlington FRH zeigten jedem wie stark unsere Jugend doch reiten kann und platzierte sich vor vielen „alten Hasen“ an dritter Stelle.

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Nach der Dressur wurde es bunt und laut: KOSTÜMSPRINGEN! Sogar für mich als alten Dressurfan ein absolutes Highlight und wir Zuschauer hatten ordentlich Lachmuskeltraining! Beim Kostümspringen ging es nämlich nicht nur um schnelles und fehlerfreies Reiten sondern auch um die Phon Zahl die das Jubeln und Klatschen der Zuschauer erreichen würde. Schon das erste Kostüm löste Hysterie bei den Zuschauern aus: Hans-Dieter Dreher im pinken Hasenkostüm! Ihr lacht schon? „Hier trägt jeder eben was er so am liebsten trägt!“ war der trockene Kommentar des Ansagers. Und amüsant ging es weiter, unter anderem mit Denis Lynch als Captain Jack Sparrow und Markus Kölz als Indianer (mitsamt Zebra Schabracke). Auch wenn Michael Jung als Luigi von Mario die höchste Phon Wertung und das Grölen der Menge inne hatte war er dennoch ein wenig langsamer als Felix Haßmann als geborener Superman. Selten hat wohl jemand sein Kostüm zelebriert wie Haßmann als er förmlich über den Parcours flog. Lieber tot als zweiter wird wohl das Motto des Abends gewesen sein.

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So, ich langweile euch mal nicht mehr mit ausführlichen Turnierberichten und komme zwischendurch auch mal zum SHOPPING! Wenn ihr schon beim der Dressur und dem Kostümspringen nicht auf eure Kosten gekommen seid dann spätestens, wenn ihr in die Verkaufshalle gelaufen seid! Gebt’s zu, ihr wart alle da! Neue Kollektionen, alte Kollektionen reduziert und alles greifbar nah, wenn das nicht das Herz der meisten Frauen zum höher schlagen gebracht hat weiß ich auch nicht. Von Futter, Anhängern, Reithallenboden bis zu diversen Reitsportartikeln war alles vertreten und wurde in großen Tüten durch die vollen Hallen geschleppt.

Fahrfreunde kamen mit Boyd Exel auf ihre Kosten, der Altmeister aus Autralien und sein Gespann legten wieder die schnellste Runde hin und entrissen sämtlichen Zuschauern Jubelschreie.

Um ehrlich zu sein habe ich mich schnell in die Abreitehalle verabschiedet, denn den Profis beim Abreiten zuzuschauen ist immer wieder mein Highlight. Viele sprechen immer wieder von furchtbaren Abreitetechniken und ähnlichem, aber davon waren wir hier weit entfernt. Jessica von Bredow-Werndl und ihr Unee waren eine absolute Augenweide, aber auch Isabell Werth lies sich von Johnnys Flausen nicht weiter aus dem Konzept bringen und musste selbst immer wieder grinsen. Dorothee Schneider, Beatriz Ferrer-Salat und Diederik van Silfhout waren nur noch einige der Dressurreiter, die an diesem Turnier wirklich fair abgeritten sind. Nach den Fotos von Aachen in diesem Jahr kann der Dressursport das wohl auch gut gebrauchen!

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Am Ende muss ich noch erwähnen, dass Christian Ahlmann und Colorit German Masters des Springens wurden (Ein Württemberger Hengst wird Master! Hammer, oder??) und Isabell Werth hat mit Emilio ihr "Dutzend" voll gemacht und wurde zum zwölften Mal (!!!) German Master. 

Sodele, ich beende meine Liebeserklärung an Stuttgart und hoffe, euch alle nächstes Jahr zu sehen!

 

Liebe Grüße,

Eure Svenja