Neben dem Reithelm sind die Stiefel – oder Chaps – mittlerweile ein wichtiges „Accessoire“ in der Reitsportszene und dabei ist Reitstiefel nicht gleich Reitstiefel. Eins haben sie am Anfang aber (fast) alle gemeinsam: Lederstiefel sind anfangs tierisch unbequem.

Ein Stiefel der später perfekt passt, ist beim Anprobieren fast genauso unbequem, wie einer der nicht sitzt. Erst wenn er eingeritten ist und das Leder weicher wird und sich etwas weitet, fühlt er sich passend an.

Schuhgröße, Wadenweite und Höhe sind bei einem Reitstiefel die wichtigsten Maße. Die Wadenweite misst man an der dicksten Stelle der Wade mit einem Maßband. Die Höhe wird ermittelt, indem man vom Boden aus bis zum Kniespalt misst - wobei der Bogen bei den meisten Dressurreiterinnen nie hoch genug sein kann.

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Aus den einfachen schwarzen Lederstiefeln sind mit der Zeit aufwendige Schmuckstücke mit Glitzer und Lack geworden. Auch bei Kroko-, Rochen- oder Schlangenmustern sind die meisten Reiterinnen nicht abgeneigt und wenn man sich nicht entscheiden kann, können die Stiefel auch einfach von oben bis unten mit 'ner Schnürung verziert werden.

Und wer zurzeit kein Geld für ein paar neue Glitzerstiefel über hat, kann seine alten Stiefel auch einfach mit ein paar Klebesteinen selbst aufpimpen. Hierbei werden keine Grenzen gesetzt – von den Initialen des eigenen Namens bis hin zur austauschbaren Bogenverlängerung mit Krokromuster - ist alles erlaubt, hauptsache es ist ausgefallen und/oder glitzert. Eine wichtige Rolle spielt auch die Farbe der neuen Treter: Schwarz, hellbraun, dunkelbraun – ja, sogar dunkelblaue oder weiße Reitstiefel gibt es. Jetzt stellt sich nur noch eine Frage: Dressur- oder Springstiefel?stiefel4

Wenn die neuen Stiefel dann erstmal Daheim sind geht’s ans einreiten. Hier haben Springreiter einen wesentlichen Vorteil mit ihren weichen Springstiefeln und müssen nicht wie Dressurreiter mit blutigen Kniekehlen durch die Gegend reiten. Um böse blaue Flecken vorzubeugen, kann man einen Keil in den Stiefel legen, damit das Bein etwas höher ist und der obere Rand vom Stiefel nicht so sehr in die Kniekehle drückt. Jetzt hilft nur noch reiten, reiten, reiten und fetten, fetten, fetten damit das Leder weich wird und sich setzt. Es ist schön, wenn der Schmerz nachlässt, oder?

Im Übrigen hört man immer "Stiefel einlaufen", davon kann jedoch nur abgeraten werden, da Stiefel dabei einen falschen Knick erhalten. Ein Reitstiefel muss, wie der Name schon sagt eingeritten werden.

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Liebe Grüße

Lena