Ich bin immer wieder gebeten worden, eine kleine Anleitung mit Tipps und Tricks für schöne Outfitbilder von euren Lieblingen zu machen. Dies beinhaltet keine konkreten Kameraeinstellungen, etc. Vorweg: Für schöne Bilder braucht es keine Spiegelreflexkamera! Auch mit einer Digitalkamera und selbst mit einer besseren Handykamera sind die Bilder für die Homepage interessant.

Ich nehme mir das Recht raus, Bilder nicht auf die Homepage zu nehmen, die meiner Meinung nach nicht passen. Das bedeutet aber NICHT, dass die nachfolgend aufgeschriebenen Tipps und Tricks als Auswahlkriterium genommen werden. Dies sind lediglich ein paar kleine Hinweise auf die ihr achten könnt, wenn ihr euer Pferd ins rechte Licht rücken wollt.

Zu Beginn:
Achtet auf ein sauberes & gesundes Pferd, ohne Mistflecken oder einer dicken Schlammkruste. Ausnahmen bestätigen die Regel, z.B. Schnappschüsse auf der Weide mit Outdoordecke, dennoch sollte man auch hier zumindest noch Farbe/Muster der Decke erkennen können.
   
   
 

Nehmt euch Zeit. Ein unter Hektik entstandenes Bild ist meistens nicht besonders schön und ein unter Zeitdruck stehender Fotograf begeht Fehler, wird unaufmerksam. Stress und Hektik überträgt sich auf der Pferd. Zudem ist immer mind. ein Helfer zu empfehlen.


Licht:
Im Idealfall solltet ihr den Auslöser eurer Kamera bei Sonne und/oder leicht bedecktem Himmel drücken. Optimal  wäre hier auch Vor- oder Nachmittags bzw. im Sommer auch Abends, da um die Mittagszeit die Sonne sehr hoch steht und dadurch harte Schatten geworfen werden und meist die Farben nicht mehr farbecht auf den Fotos erscheinen. Das beste Fotolicht herrscht nach Meinung vieler Fotografen ca. 1-4 Stunden nach Sonnenaufgang bzw. vor Sonnenuntergang.

Achtet im Sommer darauf, dass in den Nachmittags- und Abendstunden viele Insekten vorhanden sind, die euer Pferd nerven könnten. Daher eignen sich im Sommer nur die Morgenstunden für Bilder mit einem nicht genervten Pferd. Fotografieren an bewölkten/regnerischen Tagen ist natürlich auch möglich, allerdings fehlt hier den Bildern meist eine gewisse "Fröhlichkeit" und der Glanz durch die Sonne, zudem wirken sie meist nicht so lebhaft.
 
   
 

Beachtet, dass euer „Motiv“ gleichmäßig beleuchtet ist, das heißt dass keine störenden Schatten durch herumstehende Gegenstände, Gebäude, Äste oder den Helfer auf das Pferd geworfen werden. Ein Pferd zur Hälfte in der Sonne, zur Hälfte im Schatten wirkt ebenfalls unschön. Wenn ihr euch unsicher seid (z.B. bei sehr leuchtenden Farben, die dazu neigen in der Sonne zu überstrahlen), macht sowohl ein Bild im Schatten, als auch eins in der Sonne oder nutzt hier ggf. einen leicht bedeckten Tag.
 
   
 

Bilder in Stallungen oder Hallen sind nur bei ausreichender Beleuchtung oder bei vielem fotografischem Geschick wirklich schön, da viele Gebäude einfach zu dunkel zum Fotografieren sind und Blitzen beim Pferd ein NO-GO ist. Daher lieber gutes Wetter abwarten und draußen fotografieren.


Hintergrund:
Wählt einen ruhigen Hintergrund, damit nicht vom eigentlichen Hauptmotiv, dem Pferd, abgelenkt wird. Achtet darauf, dass keine störenden Dinge wie Mistgabeln, Trecker, Schubkarren, etc. im Hintergrund stehen oder man den Misthaufen, Schutthaufen, Baustelle, etc. erkennt. Einen schönen Hintergrund gibt es immer, man muss ihn nur suchen. Schön sind Felder, Blumen, eine Hecke, der Reitplatz oder auch eine ruhige saubere Stallwand oder eine Steinwand. Nur der Himmel als Hintergrund eignet sich nicht, da sich dieser auf Fotos niemals so darstellen lässt, wie dieser während der Aufnahme aussah. Turnier-/Lehrgangsbilder bilden hier eine Ausnahme, da man sich hier den Hintergrund oft nicht aussuchen kann.
 
   
 

Positionierung Pferd:

Die richtige Positionierung des Pferdes macht viel aus, zudem ist zu beachten, dass ihr Portraitfotos immer machen solltet, bevor ihr euer Pferd gearbeitet habt. Ein verschwitztes Pferd guckt nicht mehr so wach, wie ein noch nicht gearbeitetes Pferd.

Jedes Pferd hat eine „Schokoladenseite“. Nur durch viele verschiedene Fotos lässt sich diese erkennen und sollte bei allen nachfolgenden Bildern bevorzugt genommen werden.
 
   
 

Um Bandagen, Schabracken, Decken, etc. zu zeigen, eigenen sich am besten Seitenbilder im Querformat. Hierfür das Pferd gerade hinstellen und darauf achten, dass es im Idealfall gerade aus guckt oder sich um guckt. Wichtig: Der Kopf des Pferdes sollte zu sehen sein. Dringend darauf achten, dass der Kopf in eure Richtung gedreht ist! Am Besten einen Helfer bitten, das Pferd an einem langen Strick / den über den Kopf genommenen Zügeln zu halten, um keine Hände, etc. auf dem Bild zu haben. Selbstverständlich ist es auch möglich ein Outfit aus Schabracke, Bandagen, Decke seitlich von vorne im Hochformat zu fotografieren, Hier sollte das Pferd dann allerdings leicht etwas schräg zum Fotografen stehen, damit man auch von allem etwas erkennt. Dennoch sind hier Bilder von der Seite (ggf. auch leicht von vorne) am geeignetsten.
 
   
 

Das Pferd sollte beim idealen Outfit-Seitenbild komplett zu sehen sein. Einzige Ausnahme sind Detailansichten von Schabracken etc., da darf selbstverständlich etwas "abgeschnitten" werden.
 
   
 

Halfter-, Trensen-, Fliegenohrenbilder etc. sollten bevorzugt im Portraitfotografiert und stellen somit eine Ausnahme in der Outfitfotografie dar, da man hier meist im kompletten Seitenprofil nicht viel davon erkennt. Hier sollte der Pferdekopf in der Seitenansicht mit einem gerade aus oder sich um guckenden Pferd fotografiert werden. Hier eignen sich sowohl Bilder im Hoch- als auch Querformat, demnach ist das eurem persönlichem Geschmack überlassen. Allerdings ist es (vor allem bei Halfterbildern) nicht zu empfehlen direkt von vorn zu fotografieren, lieber etwas schräg, so dass man auch die Backenstücke des Halfters erkennt. Auch hierbei beachten, dass das Pferd aufmerksam guckt und sich keine Hände, Schatten etc. im Bild widerspiegeln.
 
   
 

Um euer Pferd aufmerksam zu machen, braucht ihr prinzipiell immer einen Helfer (gern auch 2), der mit Hilfe von z.B. Futtereimern, Plastiktüten, Wiehern vom Handy, etc. eurem Pferd einen wachsamen Blick und aufgestellte Ohren beschert.
 
   
 

Achtet auch darauf, dass das gesamte Motiv mittig positioniert ist und nichts vom Pferd abgeschnitten wurde. Ein wenig zu viel Hintergrund ist besser, als ein Bild wo man das Gefühl bekommt, das Bild sei gerade noch so ins Format gequetscht worden.
 
   
 

Wenn ihr Bilder in Bewegungen macht, ist die Möglichkeit einer Serienaufnahme von Vorteil. Es ist schwer im richtigen Moment den Auslöser zu drücken um die richtige Phase zu treffen. Ein Pferd im Galopp auf einem Bein stehend ist unschön.

 
 

Positionierung Fotograf:

Ein ganz wichtiger Punkt ist es, dass ihr unbedingt darauf achtet das ihr die Sonne direkt im Rücken habt! Nur so wird das Pferd gleichmäßig belichtet und man erkennt die realen Farben. Gegenlichtbilder sind schön, aber nicht geeignet um ein Outfit zu präsentieren, ebenso wenig wie ein unterschiedlich von der Sonne angestrahltes Pferd.
 
   
 

Sofern eure Kamera einen Zoom besitzt, solltet ihr grundsätzlich zoomen und euch weiter weg vom Pferd stellen. Sicherlich braucht man keinen 400mm Zoom (meist sind 200mm Brennweite ideal und ausreichend bei Spiegelreflexkameras), jedoch ist ein gewisser Zoom für das PERFEKTE Bild von Vorteil. Ist man zu dicht dran und zoomt raus, verursacht man unschöne Verzerrungen und aufgrund der Sonne im Rücken wirft man ungewollte Schatten auf das Pferd.


Um ein in den Proportionen korrektes Bild zu erhalten, sollte man grundsätzlich beim Fotografieren in die Hocke gehen (Brusthöhe des Pferdes), sofern man zoomt und weiter vom Pferd entfernt steht. Ansonsten erscheint das Bild unproportional. Die Schärfe des Bildes sollte immer auf dem Auge des Pferdes liegen. Zudem solltet ihr darauf achten das eure Bilder im Gesamteindruck scharf sind.
 
   
 

Nachbearbeitung:

Beim späteren Zuschneiden beachtet dass ihr das Seitenverhältnis NICHT verändert. Das übliche Seitenverhältnis ist 2:3. Bilder die eher einem Banner ähneln als einem Foto schaut niemand besonders gerne an. Achtet darauf, sofern ihr Kontraste, Helligkeit, etc. nachbearbeitet, dass die Farben real bleiben. Ein völlig verfärbtes Pferd oder ein viel zu helles Pferd wirkt einfach unschön. Seit vorsichtig beim Nachschärfen, es entsteht leicht eine Körnung, die als unangenehmes Rauschen wahrgenommen wird.    

Besonderheiten für die Homepage:
Wenn ihr Reitbilder machen lasst und ihr diese gerne der Pferdetrendshomepage zur Verfügung stellen würdet, darauf aber nicht erkannt werden wolltet, dann vermeidet es eure Gesichter wegzuretuschieren, überzumalen, etc. Verändert den Ausschnitt es Bildes, sodass euer Gesicht / Teil des Oberkörpers abgeschnitten wird, euer Pferd aber noch vollständig zu sehen ist (Achtung! Aufs Seitenverhältnis achten!).

 
 
 

Eigene Copyrights sind erlaubt, ABER nur dezent. Ich sortiere grundsätzlich alle Bilder raus, die ein riesiges Copyright haben und somit vom eigentlichen Motiv ablenken. Ebenso wenig sind Copyrights in Link-Form erlaubt, die somit direkt Werbung für eine Seite machen. Hier gibt es jedoch einige Ausnahmen, aufgrund von besonderen Konditionen.


Und zum Schluss noch einmal der wichtigste Hinweis für schöne Fotos:  


 

>  ACHTET  DARAUF  DAS  KEINE  GLIEDMAßEN  ABGESCHNITTEN  SIND  !! <

 
   
 


Und ein abschließender Tipp ? Nur Übung macht den Meister und ein schönes Bild liegt immer noch im Auge des Betrachters. Daher muss jeder für sich selbst entscheiden, was schön ist und was nicht.




Eure Beate und Aileen

 
Text und Bilder copyright © 2015 by Beate Hübner und Aileen Geerdts. Das unerlaubte Kopieren und / oder Vervielfältigen - auch auszugsweise - ohne vorherige Genehmigung stellt eine Straftat nach dem Urheberrecht dar und wird straf- und zivilrechtlich verfolgt.  

 

 

Der Autor des Beitrags:
Dirk Sundmäker
Autor: Dirk SundmäkerWebsite: https://pferdetrends.shop
CEO (Chief Executive Officer)
Infos zu mir:
Verantwortlich für die pferdetrends-Homepage (visuelle Gestaltung, Blogbeiträge, eigentlich alles), Admin der pferdtrends & Reitertrends Facebook-Gruppe und pferdetrends Facebook-Seite

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