Auf den meisten Turnieren geht es mittelmäßig langweilig zu. Es gibt Stil-Springen und Springprüfungen nach Fehlern und Zeit. Hin und wieder gibt es auch Punkte-Springen oder Glücksspringen (mag ich beides wahnsinnig gerne, gibt es nur viel zu selten, gerade im A-Bereich). Da freue ich mich gleich doppelt, wenn mal etwas Abwechslung geboten wird. In den kommenden Wochen habe ich gleich zwei "andere" Springen genannt, nämlich einmal ein Stilspringen "Weg und Zeit" und eine Gruppenspringprüfung.

Gruppenspringen? Ist das ein anderer Begriff für ein Mannschaftsspringen? Da muss ich ja wieder Reiter finden, die mit mir starten... Nein, so ist es eben nicht. Bei einem Gruppenspringen werden die Teilnehmer gemäß der Startfolge in Gruppen eingeteilt. Meist in Dreier- oder Vierergruppen. Innerhalb dieser Gruppe reitet man gegeneinander und der Gruppenbeste kommt in die Siegerrunde. Dieses System ist gleichzeitig spannend, sowohl für die Reiter, als auch für die Zuschauer. Es kann nämlich passieren, dass man mit Reitern in einer Gruppe ist, die alle fehlerfrei reiten. In dem Fall muss man schon gut Gummi geben, damit man weiter darf. In anderen Gruppen kann es dafür sein, dass man auch noch mit einem Klotz in die Siegerrunde kommt. Unterm Strich kann es also passieren, dass Reiter, die im Normalumlauf Fehler hatten, weiterkommen, manche fehlerfreie Runden aber nicht.

Unbenannt2

In unserem Verein hatten wir 2016 einmal ein Gruppenspringen Klasse S ausgeschrieben. Ich fand es toll zu sehen, weil durch die kleinen Gruppen, und da ja nur einer aus jeder Gruppe weiter kommt, ist die ganze Prüfung spannend gewesen. Am Ende haben sich natürlich einige Reiter beschwert, weil sie eine schöne, saubere Runde geritten sind, oft auch nicht langsam waren, und dann trotzdem keine Chance auf eine Platzierung hatten. In meinem A-Springen demnächst ist es daher so ausgeschrieben, dass auch die drei besten "Lucky Looser" weiterkommen, also die besten Ritte aus dem Normalumlauf, die innerhalb ihrer Gruppe nicht gut genug waren. Außerdem wird die Starterliste nicht nur nach Alphabet sortiert, sondern auch nach Ranglistenpunkten, sodass ich mit meinen Null Punkten nicht gegen jemanden reite, der in der letzten Saison zahllose Platzierungen gesammelt hat. Gibt es also eine Taktik für so ein Gruppenspringen? Vielleicht nur eine: Gerade bei unseren ländlichen Turnieren kann man sich die Starterliste gut angucken, denn in der Regel kennt man seine Konkurrenz ja. Wie schnell reiten die Reiter aus meiner Gruppe normalerweise? Wie gut waren die auf den letzten Turnieren? Auch wenn das natürlich nie eine Garantie ist, schließlich hat jeder einmal einen schlechten Tag, ist das wohl das Einzige, was hilft, seinen Ritt zu planen.

Foto 21.05.16 13 03 17

In der Siegerrunde geht es dann ganz "normal" über einen verkürzten Stechparcours. Alle Teilnehmer haben dann wieder eine weiße Weste, die Fehler aus dem Normalumlauf werden nicht übernommen. Ich freue mich schon sehr auf das Springen!

 

Bis bald,

eure Melina